Auf einen SPD-Kanzlerkandidaten (2012)

Prost Peer Du Heiliger Peer, Deine Worte sind süß wie Honig. Oh Steinbrück, Dein Versprechen klingt wunderbar. Wunschkandidat des Kapitals, der Du uns huldvoll einölst, Mit markigen Sprüchen und sozialem Gesülz bis zur Wahl. Beweihräuchert vom Kettenraucher, so kommst Du, und stehst für Die Verteilung von unten nach oben, Du Schmalspurmessias, gelobt! Gelobt auch Dein rot gewendetes  Mäntlein – bis Weiterlesen …

Oh Schreddern, Schreddern meine Lust!

Welch Ärger mit dem billigen Ding oft stundenlanger Frust. Für neu hielt ich, als es noch ging, den Tand und war mir wohl bewusst, als über’m Grabbeltisch ich hing, dass der Gebrauch gäb‘ wenig Lust. Die Anschaffung jetzt, zwar höher im Preis, ist leiser und stärker, ganz ohne Scheiß. Anmerkung: Heute vor zehn Jahren ist Linda im Franziskus Krankenhaus in Weiterlesen …

Ohne Kitsch und Nostalgie

Ich, groß geworden in dem kleinen Dorf zu Füßen des Hohenzollernschlosses im Charlottenburg der Bürger, 1964 noch bevölkert von echten Gestalten ohne diesen jämmerlichen Dünkel, Der in meiner Straße, ob jung ob alt mir begegnet, heutzutag‘ nicht aussetzt auch nur wenige Sekunden geschweige bei 3-4 Menschen ohne diese ängstliche Selbsherrlichkeit. Da kam ich mir so zu Hause vor und mein Weiterlesen …

„Die Arbeiter an ihre Brüder“

Frei nach dem Türkischen 1866 von Georg Herwegh Wir schüren in den Essen Die Feuer Tag und Nacht, Am Webstuhl, an den Pressen Steht unsre Friedenswacht. Wir schürfen in dem Qualme Der Gruben nach Metall, Den Segen goldner Halme Dankt uns der Erdenball. Doch wenn das Korn gedroschen, Dann heißt es: Stroh als Lohn, Dann heißt’s – für uns den Weiterlesen …

Kein Spielraum für Verhandlungen

Ich will das Subjekt meines Handelns sein. Je suis. Ich bin aus Homs, Alleppo, Damaskus. Ich bin aus Basra, Bagdad, Mossul. Ich bin aus Herat, Kundus, Kabul, Kandahar Ich bin aus dem Jemen, ich aus Sudan. Ich bin eine Beduinin; unser Haus stand in Bir Nabala. Ich lebe in Ramallah. Ich habe zwei Töchter großgezogen. Ohne Mann in Clichy-sous-Bois. Ich Weiterlesen …

Störung durch eine Schmeißfliege

Ein fetter Sozialdemokrat in seiner Not, Schlägt ein Schmeißflieg am Suppentellerrand tot: „Bäh, du Suppprolet wirst verderben mein Mahl, Durch Lügen verdient bei der letzten Wahl. Dass wir Sozen die Konten der Bosse mästen, Suppprolet, glaub es, ist zu deinem Besten! Dir sollte man ins Maul hau’n, wenn ich dich dich kriege, Wo möglich kartätscht euch Noske zum (nationalen) Siege. Weiterlesen …

Die Schnurz

Wer bist du? Nur kurze Zeit, antwortet die Schnurz. Woher kommst du? Von da und dort, antwortet die Schnurz. Was machst du? Dies und jedes, antwortet die Schurz. Was hast du? Hunger auf mehr, antwortet die Schnurz. Was kannst du? Alles und nichts, antwortet die Schnurz. Wie ist dein Name? Gib mir einen, antwortet die Schnurz. Wohin willst du? Nur Weiterlesen …

Aussprechliche Trauer um verlorene Radiokunst

Analog magnetisch (Für Hans) Unaufhörlich gingen und kamen die Iden des März, Sogar als der schöne Merz seinen Hut nahm – In das Nirwana. Nur zeitweise durch den Nadelwald der Neucodierung Meinst du grad‘ eines Merzens Poch zu erahnen – Aus Zwergzikadenherzen. Du, Deiner, Dir, Dich. Du, Deiner, Dir, Dich. Anlässlich des Verlusts einer Magnettonaufzeichnung der Sendung ‚Nachtflug‘ zum 100. Weiterlesen …

Deutsche Mütter 2010

Deutsche Mütter: Was habt ihr gelernt aus dem letzten, dem vorletzten Krieg? An Deiner modernen Supermarktkasse plauderst Du freundlich, eifrig kassierend mit einem Ehepaar, in Deinem Alter wohl. An ihrem Einkauf, sieht man: Sie sind sicher reicher als Du – Auf dem Band die Trüffelbutter. Wie auf dem Markt entsteht da ein Tratsch. So ungefähr von Mutter zu Mutter. Sie Weiterlesen …

Sonntagsspaziergang im Herbst

Auf der Straße traf ich heute während einer Regenpause eine in Lohn und Brot stehende besser verdienende SPD-Funktionärin unter ihrem Regenschirm, die ich aus einer anderen Zeit kenne.   Wieder nur Revolte? Wie mit den Blutsaugern und ihrer Gedungenen Regierung zu verfahren sei? Ich bitt‘ Euch werte, treue Brüder, Diesmal bitt’ ich euch ernst, Denen nicht wieder zu verzeih’n! Egal, Weiterlesen …

Matrosen singen es zur Stund’

für Werner Schroeter Es wiegt mich bodenlose Schwermut nach unfassbarem Grund. Grad zwing’ ich das Ruder, zu wenden mein Segel. Das nur der Sturmwind dort oben im Dunkel, mein Schiff nicht zum Abgrund lenke. Vor dem, du tröstendes Erbarmen, zermalme die strauchelnde Nuss ein klingelndes Eisgebirge. Da frostklirrend ich lebte in kochendem Leibe! Mein heißer Atem, lebendiger Nebel, aus tieferer Weiterlesen …

Verwienern wie Peter Alexander

für den Herrn Asel oder etwa alles design? eine manisch depressive Jagdgesellschaft- oder auf den trümmern trümmer auftürmen und sich abgefunden haben. weil, ob alter oder neuer bau macht keinen unterschied- wird alles landschaft. ist die real existierende nofuturgesellschaft nicht abgelöst durch neuestes individuelles selbstbewußtsein, sondern einzeln unter turmgeläute im krach alter hoffnungen inflationär besinnlich— verstummt? der absolute kassenschlager. immer Weiterlesen …

Nur ein Bohnenbeet, sonst kracht’s

Ich will mir am Südhang ein Beet mit Bohnen anlegen. Ich weiß, das Unkraut kommt schnell zwischen die Saat. Trotzdem gehe ich morgen hin und grabe den ganzen Tag. Sobald der Mond scheint, kehre ich in die Strohhütte zurück. Ich habe nicht gegraben, um mir Besitz zu verschaffen, Den ich nicht unabdingbar zum täglichen Leben brauche. Die Schippe über der Weiterlesen …