„Con ossequio, con rispetto“

Nicht Don Quijote redet in dieser ‚Kofferarie‘ KV 210 für Niccolò Piccinnis Oper „L’astratto ovvero Il giocatore fortunato. Capitano Faccenda ist Till Eulenspiegel! (Verwechselung ausgeschlossen mit Mario Faccenda, 1960 in Ischia geboren) Es heißt ja, Hunde die bellen, beißen nicht. Und was, wenn doch? Die Ehrenrettung des Untertans ist unter Umständen ein Witz. Wenn der Untertan welchen hat, glauben wir Weiterlesen …

In fünfzig Jahren ist alles vorbei? In zwanzig.

Kichererbsen-Zucchini- Pfannkuchen zum Frühstück. Wenn ich dies gesichert habe und mit meinen Brüdern und Schwestern teile und die Natur, die mir das alles gibt darin achte und verehre, dann bin ich reich. Tomaten, Zucchiniblüte, Gurken, eigene Balkonernte, das ist der Versuch, die Hoffnung nicht aufzugeben. Land und Städte bleiben laut, besinnungslos und totenbleich, solange sie den eigentlichen Reichtum nicht hervorbringen Weiterlesen …

Was geht, Digga?

Wenn ich darüber nachdenke, fällt es mir schwer, etwas Allgemeines zum Begriff Freundschaft herauszufinden. Bei den literarischen und biographischen Zeugnissen die mir sofort geläufig sind, sticht wieder und wieder ins Auge, dass sich dieser Begriff, dass sich Freundschaft, nicht zur Verallgemeinerung eignet. Wann immer über Freundschaften berichtet wird, verläuft sich der Versuch, etwas daran definitiv festzustellen, ins Spezielle, will sagen Weiterlesen …

Ein frohes neues Jahr 2026

Am 31. Dezember 2025 war ich aufgefordert, im traditionellen Silvester-Festkonzert von Concerto Brandenburg in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, Anmerkungen zum Begriff der Freundschaft beizusteuern, wie es das Motto der Veranstaltung gebot. Dabei versuchte ich einen nicht so leicht reißbaren Faden abzuwickeln durch das Labyrinth so vieler  Minotauren, die uns in unserem Alltag anglotzen:  Werbung für politische Spitzbuberei, Käuflichkeit der Ämter und der Weiterlesen …

Birdcast oder so oder so ähnlich

Der erste Podcasts ist bereits in der römischen Antike nachweisbar. Wegen des Technologierückstands der alten Römer hieß er noch Birdcast (siehe Suchmaschine Ihrer Wahl). Calvus Daboillum aus der Provinz Epirus brachte seinem Alexandersittich bei, „Sestos ist ein betrügerischer Halsabschneider“ zu deklamieren. Amanda hieß die Frau und Sestos war der Schwiegervater des Calvus. Nach Calvus all zu frühem (natürlichen?) Tod landete Weiterlesen …

Der Apparatur sich darstellen…

„Das reproduzierte Kunstwerk wird in immer steigendem Maße die Reproduktion eines auf Reproduzierbarkeit angelegten Kunstwerks…..Dem Film kommt es viel weniger darauf an, daß der Darsteller dem Publikum einen anderen, als daß er der Apparatur sich selbst darstellt.“ Walter Benjamin, „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“, Dritte Fassung, Quelle:  wikisource Wem gehören die Produktionsmittel? Gegen die Fülle individueller Ausdrucksmöglichkeiten ist Weiterlesen …

Auf welche Weise wir Spielräume verteidigen…

…und dabei nicht selbstgerecht werden: Am 30. September 2011 pflanzte ich mit Freunden nahe der Nordsee einige Apfelbäume. Ob sie Früchte tragen? Einige Menschen aus dieser nahen Vergangenheit, die dabei waren, sind inzwischen gestorben. Anderen sehe ich nicht mehr. Häufig hatte ich in diesem „neuen Jahrtausend“ den Eindruck, dass in unserer Gesellschaft über vieles nicht mehr gesprochen wird. Nicht, dass Weiterlesen …

Replik auf alle Reden über den Zustand der Küche

Dreh- und Angelpunkt allen Wohlfühlens der städtischen Gesellschaften und aller Übungen, die dem selben Zweck dienen, ist ja doch die Küche. Der Ort, an dem die zum Weiterleben notwendige Nahrungsaufnahme kultiviert werden sollte. Nicht die Kochkunst à la l’art pour l’art ist gemeint, diese Wertschöpfung für rechtskräftig verurteilte Idealisten, die einem gelangweilten, übersatten Publikum präsentiert wird, das sich in immer Weiterlesen …

Terenz in Spiritus

Ich bin ein Mensch. Nichts Unmenschliches ist ihr/ihm/mir fremd. Ein Zitat in zeitgemäßer Wandlung Die Interpretation eines Terenz-Zitats, das mir jüngst gleich zweimal, durch einen Radio-Beitrag von Renée Zucker und per E-Mail von einem mir wohlgesonnenen Lehrer für Deutsch und Latein ins Haus flatterte, scheint mir aufschlussreich genug, um ihr eine kleine Reprise zu widmen. Noch bedeutender ist allerdings die Weiterlesen …

‚Times‘, there is a Change!

Gestern schrieb ein Kollege: „If Clausewitz is right that ‚war is the continuation of policy by other means‘, then Germany is again at war with Europe — at least in the sense that German policy is trying to achieve in Europe the characteristic objectives of war — „, kommentiert Anatole Kaletsky in der ‚Times‘. Die dtsch. Engführung geschieht durch Veit Weiterlesen …

Drei spontane Fragen nach dem Hartz-Themenabend in der ARD

1. Was müsste der holländische Staat seinen Zwangsarbeitern bezahlen, wenn er den Zwang aufhöbe und ihnen einen ‚gerechten‘ Tariflohn zugestände, wie normalen Arbeitern??? Plus Sozialversicherung und Rente versteht sich! Wer will uns einreden, dass das unbezahlbar wäre? 2. Was würde den deutschen Staat vom gescholtenen griechischen unterscheiden, wenn er die Arschlöcher, die sich im ausgelagerten privaten Misstandsverwaltungsektor an dem absurden Weiterlesen …

Vorwort zu einer Selbstreflexion

Wenn es jenseits von Herkunft und Zugehörigkeit, jenseits von traditioneller Familienstruktur und Kastenzugehörigkeit Freiheit geben soll, darf gerade der Begriff  „Nation“ keinerlei Bedeutungsmacht mehr haben, die die Herrschaft des Menschen über den Menschen und die belebte Natur rechtfertigen würde. Die Nation und die angemaßten Rechte, die ihre freiheitsscheuen Lenker nur für sich selbst wollen, sind genauso überkommen, wie es die Weiterlesen …

Humanitäre Interventionen

Diesmal Libyen – Operation Enduring Drone Freedom(OEDF) Die EU-„Delegation“ in Tripolis, die sich einen „Überblick“ über die humanitäre Lage verschaffen will – alles Kulturexperten  (MI6, IB, BND) spezialisiert auf grausame Bilder (Baby mordende Gaddafisten werden diesmal gar nicht gebraucht), unwiderlegbare Belege für die Heimatfront gibt es hinreichend. Die Stimmung in Deutschland ist pro Krieg, denn die interessierte bürgerliche Öffentlichkeit denkt Weiterlesen …

Alles ganz schlechtes Deutsch in jeder Hinsicht!

Mein Gott, es ist elend um die dtsch. Sprache bestellt in den Funhäusern- ich höre gerade ‚auf‘ den Nachrichten (SWR2), es seien nach Meinung gewöhnlich gut informierter Kreise Anschläge auf (man beachte: auf!) Deutschland geplant. Also nicht in D. oder auf Menschen, sondern auf einen Begriff, der nichts beschreibt und noch weniger etwas bedeutet, was uns z.Z. unbedingt interessieren müsste- Weiterlesen …

Sarrazins Staffelstab – Vom Feuilleton weitergereicht

„Nun folgen sie ihm mit ruhigem, festem Schritt. Die Politiker. Oder lese ich die Zeitungen nicht richtig?“ Das fragt mich heute ein Kollege, während vielerorts in deutschen Medien die Frage nach dem Rechtsruck in der BRD verneint wird . Und ich antworte ihm: Nein, nein Du liest schon richtig. Und es hatte einen Vorteil, dass der Dr. S. vom Boulevard Weiterlesen …

Schwarz-Weiß-Rot – Demokratie und rechtsextreme Mitte

„Man muss das Talent haben, sich von allen Parteien die freiheitlichen Redensarten anzueignen, die sie als Waffen gegen die Regierung brauchen. Man muss die Völker mit ihnen füttern bis zum Überdruss. Heute spricht man so oft von der Macht der öffentlichen Meinung. Ich werde Ihnen zeigen, dass man diese öffenliche Meinung dazu bringen kann, alles das auszusprechen, was man selbst Weiterlesen …

Sarrazin als Führer einer neuen völkischen Rechtspartei?

Lasst uns darüber reden, mit wem wir nicht reden. Ja, es ist wunderbar. Wir können in den demokratischen Leitmedien über alles und mit allen reden – auch mit Sarrazin. Da sich Sarrazin keiner altertümlich faschistischen Terminologie bedient, habe ich das hier mal in „Nazisprech“ übersetzt. Um sein „Projekt“ auf den Punkt zu bringen ohne den Dreisatz zu bemühen, es sieht Weiterlesen …

Über kein Tor kann ich jubeln

Ich schaue auf die Folgen jener ungebrochenen Sichtweise, dank der durch Herrschafts- und Überlegenheitsideologie anhaltend gerechtfertigten Verbrechen der Kolonisierung Afrikas, damals wie heute, gerade eben auch unserer Entscheidungsträger und unserer s.g. Meinungsmacher. Das sitzt so tief; es ist grauenvoll. Diese tief verwurzelte inhumane Kultur zeitigt allerdings nicht nur gedanklich, sondern ganz handfest jene Wirkungen, die es Afrika nach wie vor Weiterlesen …

Wortwechsel mit einem Kapitalisten

Wort Vielleicht liegt es am „Graumann“. Die Sinne geschärfter den jeh. Aber scheinbar eines aus den Augen verloren. Die Quote der Menschen um uns herum, mit denen man versuchen kann, auf einem Floß gemeinsam das Gleichgewicht zu halten, die ist immer gleich geblieben. Man neigt aber dazu in jüngeren Jahren, sich einzubilden, die Quote wäre größer. Ist sie aber nicht. Weiterlesen …

„Mehr Demokratie wagen“ (Willy Brandt)

Wer aber die Kosten für den Erhalt der Demokratie jetzt in Frage stellt oder polemisiert, ist demnach ein Brandstifter. Wer sich einen Dreck um die Bildungschancengleichheit für alle Bürgerinnen und Bürger schert, ist ein Brandstifter. Wer Schulden aufnimmt, die kommende Generationen absehbar nicht schultern können, um damit die kurzfristige Gier von Realwertvernichtern zu befriedigen, ist ein Brandstifter. Wer die ohnehin spärlichen Mittel zur Reperatur, Instandhaltung und Weiterentwicklung der maroden demokratischen Grundlagen nicht grundsätzlich auf der Habenseite denkt, oder auch nur den Rotstift spitzt mit dem Hinweis auf die Nützlichkeit produktiver und die Nutzlosigkeit weniger produktiver Menschen in unseren Gesellschaften, ist ein Brandstifter, ein Wegbereiter von Zwang und Gewalt und der Totengräber der Demokratie. Weiterlesen …