In fünfzig Jahren ist alles vorbei? In zwanzig.

Eigene Balkon-Ernte 2026

Denen, die die Erde  ausbeuten, um ihrer Profitgier zu befriedigen, denen die an Kriegswaffen verdienen,  gehören die Hände zerschlagen!

Kichererbsen-Zucchini- Pfannkuchen zum Frühstück. Wenn ich dies gesichert habe und mit meinen Brüdern und Schwestern teile und die Natur, die mir das alles gibt darin achte und verehre, dann bin ich reich. Tomaten, Zucchiniblüte, Gurken, eigene Balkonernte, das ist der Versuch, die Hoffnung nicht aufzugeben. Land und Städte bleiben laut, besinnungslos und totenbleich, solange sie den eigentlichen Reichtum nicht hervorbringen können. Unsere Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung und ihre wider besseres Wissen eigenmächtig amtierenden Sachwalter lassen auch beim besten Vorsatz, bei größtem Erfindungsreichtum kein kollektives Handeln im Sinne ökologischer und sozialer Vernunft zu. Sonst würde ich wählen gehen und vielleicht grün. Verzeihung, ich muss mal kotzen.

Von Erzgaunern und ihren Speichelleckern werblich erzeugte Süchte verschaffen euch den schnellen Kick und ein breites Spektrum andauernder Ablenkung vom Wesentlichen. Das Wesentliche wieder zu entdecken, entscheidet aber über euer Wohlbefinden und letztlich euer Überleben. Kommt heraus aus euren vergifteten, virtuellen Massengräbern.

Lebt!

Lebt und teilt! Teilt ohne auch nur einen Gedanken an Übervorteilung. Teilt bedingungslos. Werft dieses Weltbild, das auf Konkurrenz und Übervorteilung basiert, mit dem sich Scharlatane und Selbstbetrüger stolz und siegreich fühlen dürfen, auf den Misthaufen der anderen verlogenen Weltanschauungen.

Heute sind in Berlin 37 Grad im Schatten . Es wird Hitzetote geben. Aber was sagt das schon? Im Mittelmeer sind in diesem Jahr  mindestens 1.430 geflüchtete Menschen ertrunken, unter anderem weil sie vor Hitze und Dürre flüchten. In jedem Fall aber, weil sie ihr Überleben organisieren müssen – es bleibt Ihnen nichts weiter übrig. Nicht weil sie sich keine Mühe geben wollen oder faul sind, kehren sie ihrer Heimat den Rücken. Eben sowenig wie die Armen in Europa deshalb arm sind, weil sie faulenzen – Europa, auch eine dieser Regionen der Welt, die mit ihrem permanent andauernden Kolonialismus Tod und Verderben über unsere Brüder und Schwestern brachte und bringt. Die Armen sterben überall früher und schneller. So ist das.

Wenn ich dann so an der Supermarktkasse stehe, weil ich selbstverständlich die „Mach’s dir doch selber-Masche“ von Halsabschneidendern und profitgeilen Serviceverweigerern missbillige, dann soll ich dabei auch noch ertragen, wie die alltägliche Ehrabschneidung der BILD gegen alles hetzt, was nicht mit Springer und den übrigen Weisen aus dem Abendland  im Gleichschritt ins kapitalistische  Paradies marschieren wil. Die Auswahl der Presseerzeugnisse im Supermarkt ist überschaubar. Ohne um temporäre Blindheit zu betteln, unumschiffbar leuchtet der sachliche Schriftzug dem Auge des Sinnsuchenden.  Platziert genau in der Sichtachse (Kasse/Apparatur zur Überführung von Ladendieben) ermächtigt sie wie eine Monstranz der Fleischwerdung des Mehrwerts die Dummheit. Da  wünsche ich mir tatsächlich jedes Mal, dass die Verlagshäuser und die Supermärkte brennen mögen und nicht die Wälder.

Die Bilanz verheerender Brände in der EU  allein im laufenden Jahr: 254.388 Hektar Wald (Quelle: Europäische Kommission), das sind knapp 34848 dtsch. Bundeskanzlerämter. Aktuell verschwinden weltweit täglich durchschnittlich etwa 18.400 Hektar tropischer Regenwald durch direkte Abholzung und Brände. (Quelle:  Rainforest Concern ). Das sind knapp 2526 Fußballfelder oder kanpp 2521 dtsch. Bundeskanzlerämter.

Ich empfehle, um wieder auf den Boden zu kommen, immer Otto Reuters Couplet „In fünfzig Jahren ist alles vorbei“.  Es könnten aber auch nur noch  20 sein, bei einer Profitlogik, die den Konsum von soviel unnützem Zeug evoziert. Gut, es betrifft mich nicht mehr, ich wäre dann  bald 90. Aber wer weiß? Vielleicht doch. Vielleicht gerade wegen des nicht enden wollenden physischen und psychischen Kampfs unterhalb des Existenzminimums  (von wegen Rente/Ruhestand) bei anhaltenden chronischen „Wehwehchen“  (zum Zeitpunkt der Niederschrift seit annähernd 35 Jahren). Ich bin 67. Ich will nicht arbeiten müssen, damit ich das Dach über dem Kopf nicht verliere. Ich will nicht von Wohl und Wehe solcher Leute abhängig sein, die mein Leben lang an mir und mit mir verdient haben.  Ich will meine verbrieften unumstößlichen Rechte und keine  temporären Gnadenbezeugungen gegen mich, die von Machthabenden einfach widerrufen werden, wenn ich in deren Augen missliebig werde. Ohne ausreichend Wasser, ohne Medikamente und Miete bezahlen zu können in einer europäischen Hauptstadt auf der Straße leben – aber Moment mal, das gibt es doch alles schon seit Jahrhunderten. Gerade betrifft es noch nicht mich. (Als mein Nachbar auf die Straße gesetzt wurde, sagte ich mir, ich bin ja nicht wie der, mir passiert so was nicht….usw. )

Gewärtigen wir als ausgewiesener Teil des Problems einmal die Gegenwart. Halten wir in der Folge kurz aber heftig inne. Denken und handeln wir dann als ein Teil des Problems zur Abwechslung unmittelbar, radikal, vernunftbedingt! Hören wir auf, uns wohlfeil mit Lügen und Leugnung in gerade noch vertretbare Szenarien drängen zu lassen, für die am Ende wir bezahlen, nicht die Lügner und Leugner. Halten wir fest: Widerstand ist nötig und möglich. Wie ist er zu bewerkstelligen? Welche Prämissen sollen in die Vorbereitung der Handlung eingehen?

Ich bin zynisch und ungeduldig und schnell von jeder Scheinheiligkeit angewidert. Fortschritt bedeutet in meinem Fall und beim gegenwärtigen Entwicklungsstand, augenblicklich Abschied zu nehmen vom s.g. Massenkonsum, den ich mir (nach bürgerlichen Kategorien) sowieso nicht leisten kann. Dazu gehört es, in jeder Hinsicht dem kurzsichtigen Primat der Technologie als augenblicklichem Motor  humaner Entwicklung ein undankbares Lebewohl zu sagen. Meine aktuellen Lieblingspostulate sind gedacht als Antidot gegen ein zugegeben schlau lanciertes rezeptfreies Narkotikum, die s.g mobile „Kommunikation“.  Weil die allem Anschein nach nur noch mit der multiplen sozialer Suchterkrankung unserer Gesellschaft erkauft werden kann, ist das Narkotikum sofort abzusetzen. Ausschleichen wäre gesünder. Aber der Leiche sind Maßnahmen zur Wiedererlangung der Gesundheit herzlich egal. Wir alle sind ausnahmslos technologisch induzierter Sucht anheimgefallen, nicht nur gewisse unappetitliche faschistische Utopisten. Es zeugt in meiner Welt schon von absoluter Vollnarkose, wenn es bei einen „I love the car not the seo“ Aufkleber auf dem Status anzeigenden E-Fahrzeug bleibt, ohne weitergehende Taten, die überflüssige Verkehre endlich abschaffen. Wenn ich alltagstaugliche Sätze höre wie: „Völkerrecht hin oder her, wir müssen unsere Zukunft sichern“, sehe ich politisch blutrot. Wer immer sich über das Völkerrecht hinwegsetzt, leistet der Willkür Vorschub. Das kann niemand der, bei klarem Verstand ist, wollen. Das hieße, die Erfahrungen die zur Entstehung des Völkerrechts geführt haben, vergessen. Doch genau das passiert gegenwärtig immer massiver. Wie kann man so etwas daherreden? „Völkerrecht hin oder her…“

Doch zurück zur technologisch induzierten Sucht.  Sie soll bitte nicht irgendwie als Ursache eines Missbehagens unter vielen stilisiert werden. Sie muss vielmehr als hervorstechendes Symptom einer entweder von Lobbyisten der gewohnheitsmäßigen unternehmerischen Großkriminalität oder von politischen Dummköpfen erkannt werden –  absichtlich und planmäßig inszeniert, um Kern und Verursacher einer beispiellosen gesellschaftlichen Desorganisation in viele bunte, dichte Nebel zu hüllen. Jeden Tag, den unsere Qualitätsmedien werden lassen, wird uns das real existierende Auslaufmodell dieser Gesellschaft als die beste aller möglich Welten dargestellt. Dabei glauben nicht einmal gehorsame Bürger, geschweige denn die bestallten Propagandisten, die sie in die Welt setzten an diese faustdicke Lüge.  Mr. bekennender Marxist Slavoj Žižek : There has never been a marriage between capitalism and democracy. Es war kaum ein unbefriedigender One-Night-Stand.

Für den Anfang würde mir genügen:
 
1. Motorisierten Individualverkehr, egal, ob er fossil angetrieben oder (vermeintlich besser) elektrifiziert betrieben wird, sofort, unmittelbar und radikal unterbinden.  Bewegt Euch, Ihr Arschgeigen, arbeitet weniger, bleibt keine willigen Sklaven. Werdet wenigstens handgreiflich wütend gegen Eure Sklavenhalter. Und macht euch endliche Gedanken um das Wesentliche. Lebt!

2. Sämtliche Konsumwerbung verbieten und die Lebensdauer von Gebrauchsgegenständen verzehnfachen, bei ihrer Gestaltung wieder ästhetische Maßstäbe begründen, die sich an Materialeigenschaften und der Praxis der guten Handhabung orientieren, anstatt an der Verkaufslogik von Ramsch.

Die Technologie, wie sicher auch alles andere, das alle betrifft, darf keinesfalls länger in Händen dieser wenigen unmündigen Individuen verbleiben, die bestimmen wollen, wann und  was sie für Andere  in das „Mistloch der Gnade“ kippen oder das man ihnen doch möglichst für ihr Almosen auch noch ein „Gebenedeit“ vorausschicken möchte . Diese verdammten Arschlöcher sollen doch bitte ihre Eitelkeit nicht weiter auf Kosten der vielen Menschen austoben dürfen, die mit ihrer Hände Arbeit, der Kraft ihres Intellekts, ihrer Kreativität und ihrem guten Willen das Leben feiern. Sie, die sich nicht schämen, humane Entwicklung für ihr Handeln zu reklamieren, werden doch bitte nicht durchkommen damit, uns Wolkenkuckucksheim zu zeigen, während sie selbst zum Mars abreisen, weil durch Ihre Habsucht (und unsere Untätigkeit) unser guter Planet und wir selbst verderben. Es muss die Macht entschieden denen entrissen werden, die in dem Irrtum verharren, ihr Reichtum gebe ihnen irgendein allgemeines Recht über ihr bloßes Menschsein hinaus. Dies muss gelingen um den Preis unseres Verschwindens: Sie sollen keinen Schaden mehr anrichten mit dem Gottesgnadentum einer angeblich alternativlosen kapitalistischen Gesellschaftsordnung und ihrem Schutzpatron, dem heiligem Privateigentum.

Diese sind das eigentliche, das entscheidenden Entwicklungshemmniss des Fortschritts; nicht unser Pochen auf Gleichheit und die Herrschaft des Rechts und der gutwilligen Übereinkommen. Ordnung, die nur dank unserer momentanen Tatenlosigkeit und der gekauften Zustimmung von ekelhaften Speichelleckern aufrechterhalten wird, bedeutet, ohne Not die dem System immanente Fehlentwicklung zu dulden und zu perpetuieren.  Dabei sind die Folgen vor so langer Zeit schon dingfest gemacht worden von guten Leuten, an denen man gewiss auch Tadelnswertes finden wird. Aber Ihre Weisheit überwiegt!  Egal ob verblödet oder hinterhältig schlau: Propaganda für die Verfechter von Profit, Krieg und Niedergang, ihre materiellen und gesellschaftlichen Wertvorstellungen, stehen nun schon ewig und drei Tage da, von aufrechten Menschen inkriminiert: Es ist eine andauernde und donnernde Blamage für meine Spezies, das selbst der Umsturz unserer identifizierten Peiniger (Büchner) ausbleibt!