„Der holde Blick des Künstlers wird abgeschafft!“
„Und sie schlagen sich die Köpfe blutig um die Beute, nennen einander gierige Tröpfe und sich selber gute Leute.“ Brecht
Unregelmäßige Ansagen in Wort, Schrift und Bild {99,44 % KI-frei}
„Und sie schlagen sich die Köpfe blutig um die Beute, nennen einander gierige Tröpfe und sich selber gute Leute.“ Brecht
Editorische Vorbemerkung: Im Jahr 2010 hatte ich mich entschlossen, an einem bis dahin fragmentarisch gebliebenen Text aus dem Jahr 1992 weiterzuarbeiten, der sich mit einer von mehreren möglichen humanen Zukunftsvorstellungen auseinandersetzte, in der die Endlichkeit der physische Existenz des Menschen in doppelter Hinsicht bedeutungslos geworden wäre, ansonsten aber die gewohnten materiellen Spielarten und Regularien der Spezies fortgeschrieben sind. 30 Jahre Weiterlesen …
Dreh- und Angelpunkt allen Wohlfühlens der städtischen Gesellschaften und aller Übungen, die dem selben Zweck dienen, ist ja doch die Küche. Der Ort, an dem die zum Weiterleben notwendige Nahrungsaufnahme kultiviert werden sollte. Nicht die Kochkunst à la l’art pour l’art ist gemeint, diese Wertschöpfung für rechtskräftig verurteilte Idealisten, die einem gelangweilten, übersatten Publikum präsentiert wird, das sich in immer Weiterlesen …
Nach dem neunten Pils auf der Matratze Sprach zur Galle der Papa: Eins noch auf die Milz, alte Schrumpelkatze – Morgen geh‘ ich, Du bleibst da.
Ich bin so alt. Mein Blut fließt jung. Das Einzige, Was keiner haben kann, Begehre ich. Ewiges Leben.
– Поздравляем господина Дягилева Artikel von Gisela Sonnenburg in der Tageszeitung Junge Welt zum 150. Geburtstag des Impesarios der Ballets Russes Sergej Pawlowitsch Djagilew
Α und Ω der Bourgeoisie Mal wieder hängt was Mieses in der Luft, stinkt wie ein fieser, altbekannter Duft. Es sind nicht Veilchen ja mitnichten Rosen, Es sind die ominösen Omikrons, die Bosen! Höchst wahrscheinlich gab es davor schon My und Ny und Psi, da kann das Pi bedeuten: Hey,Marsch in den Kreis zurück, ja Sie! Noch können wir wohl Weiterlesen …
Radio 100.000: La vie en dose – Ein Dosaster. Hörspiel von Ellen Fricke, Andreas Mengel und Gregor Schuster, 1989 (32:13). Realisiert im Elektronischen Studio der TU-Berlin – gesendet auf Radio 100.
Vielleicht wird nie endgültig zu klären sein, woher das Virus stammt. Doch die Schlacht um die Deutungshoheit über die Pandemie ist längst in vollem Gange. Bei allen Unwägbarkeiten gibt es wenigstens zwei Dinge, die sicher sind: Hätte der Rest der Welt entschlossen wie China auf die Herausforderung reagiert, wäre die Pandemie vermutlich längst beendet; erst der Chauvinismus und das Unvermögen Weiterlesen …
Ich hasse Addition und Niedertracht. Man soll eine Möve, die in der Sonne ihre Schwingen putzt, auf sich beruhen lassen und nicht <also> zu ihr sagen, sie leidet darunter. Häuserfronten sind Gräberreihen übereinandergetürmt. Zitiert aus: Hugo Ball, Tenderenda der Phantast
(10) Schwerer Systemfehler Am unteren Rand des Päckchens war das Packpapier bis zur Mitte aufgerissen und man erkannte dort die ausgeblichene Dekoration des Kartons – in Reihen fortlaufend gekreuzte Kurzschwerter und noch ein Ding, das vielleicht ein Äskulapstab sein konnte, nur mit zwei Schlangen statt einer. Vorsichtig schüttelte er das Paket, dann presst er sein rechtes Ohr dagegen: Leises Glockenspiel Weiterlesen …
(9) Vorwärts immer, rückwärts nimmer! Die Explosion ließ alle an einen Terroranschlag denken, dabei hatte Helena nur ihren rechten Lüster abgeschüttelt, der am Boden in unzählige Teile zersprang. Eine Gesamtansicht der Milchstraße. Aus den Ohren quollen ihr rasende Papierschlangen, aus den Augen wie aus dem Zylinder, bunte Zaubertücher. Ihr Mund entließ unentwegt die lustigsten Luftballonskulpturen, bis schließlich nur mehr letzer Weiterlesen …
(8) Die Essenz der schwarzen Tulpe Simone rauchte derweil im zweiten Stock des Hauses in der Rue Didot eine ägyptische Zigarette, die stark nach Melonen roch. Sie lachte nackt und munter hinter einer ‚Liberation‘ aus den Achzigern, während die Bedienerin ihr errötend eine Tasse Kaffee servierte. Sie stellte das Silbertablett mit der verschnörkelten Tasse auf den Porzellanhocker neben der Badewanne, Weiterlesen …
(7) DIY Der Spiegel wechselte zu den hübsch gekleideten Äffchen. Eine köstliche Inszenierung, denn an dieser Stelle versuchte ein sehr kleines Äffchen, ein Bruchstück des Tractatus in die Tanzszene zu schmuggeln: „Hätte die Welt keine Substanz, so würde, ob ein Satz Sinn hat, davon abhängen, ob ein anderer Satz wahr ist“, schrie der Primat, er war einarmig, seine Artgenossen an. Weiterlesen …
(6) Keiner kennt keinen. Mundl schaute auf, lächelte den Barkeeper dankbar an, schenkte sich großzügig ein und nahm einen großen Schluck. Im Allgemeinen war er bis jetzt mit seinem Leben zufrieden gewesen – sogar in diesem Moment schien ihm alles fast in Ordnung – allenfalls häuften sich wie immer absurde Unwägbarkeiten überall im Universum. Er zupfte sich am linken Ohr, Weiterlesen …
(5) hanc domum artis collendae causa condidit Die Tango tanzemde Frau, Mundl erinnerte sich endlich, hatte Ähnlichkeit mit der jungen Simone de Beauvoir. Doch sie und ihr etwas zu schöner Tanzpartner, eine Mischung aus Boxer und Cowboy waren spurlos verschwunden. Stattdesse warfen elf verstaubte Wandlüster den schmutzigen karmesinroten Schein der Tapeten in den menschenleeren Raum, der Mundl gerade so winzig Weiterlesen …
(4) Looping (1980) „Das ist jetzt wirklich nicht dein Ernst“, sagte der Pudel, der sich mit Alpha Centauri vorgestellt hatte. Vor Mundls innerem Auge flackerten abwechselnd in Sepia und Indigo die Fetzen eines zerrissenen Stummfilms, als erwache er langsam und wider Willen aus einer inzwischen Jahrhunderte andauernde Amnesie. „Winterstürme wichen dem Wonnemond“, schmetterte es in Mundl, worauf Fritz Pleitgen, der Weiterlesen …
(3) Delta Welle, völlig normal… Mundl drehte sich nicht um. Das Vieh im Spiegel wurde plötzlich braun, wie ein stinknormaler Rentnerpudel aus den 70gern. Butz, dachte Mundl, oder doch eher Mensch. Die Töle knurrt gerade immer weniger überzeugend, wechselt von staccáto winselnd zu einem sabberndes Hecheln, verschwindet endlich aus der Ansicht der Spiegelung und leckt unversehens am altem Hebammenkoffer, den Weiterlesen …
(2) Trau,schau,wem! op.463 So, so“, murmelte der Glatzkopp halb im Scherz und halb als Vorwurf, „SIE haben uns diesen Mist also eingebrockt – dann sehen SIE auch zu, wie wir da wieder raus kommen!“ Dabei strich er mit der rechten Hand über die Ödnis, als wolle er sie noch mehr zum Glänzen bringen. Wer den lieben langen Tag seine Glatze Weiterlesen …
Dies ist Deine Stunde. Wenn Du vor der Apotheke den Abstand regelst, gratis die wissenschaftlichen Erkenntnisse austeilst aus Bild und BZ. Da wünscht sich jedermann die totale Ausgangssperre. Begrüßen sich zwei Volksvertreter: Was geht Mann? Alles Mann, alles ohne Widerspruch. Fröhliches Manöver! Die Heimatfront steht.
Frage: Wer hat was davon?
Vorwort: Es ist schon eine Weile her und leider (wahrscheinlich an meiner Unzuverlässigkeit) gescheitert. Mein Freund Kolja und ich unternahmen gemeinsam den Versuch, jede Woche einmal einen Satz in eine Textdatei zu schreiben und so eine Geschichte zuwege zu bringen. Kolja und ich verbrachten in einer längst vergangenen Zeit Stunden unseres Lebens damit, oft sehr absurde Arbeiten für einen noch Weiterlesen …
Notiz am Waldrand beim Anblick eines Schweins hinter blauen Metallstreben (2002) Ich arme Sau, gezeugt in willkürlicher Absicht aus Haus- und Wildschwein, damit ich weniger friere und triebhaft mich ernähre von Früchten des Waldes, wie meine wilde Mutter, die als freies Schwein sterben wird an einer Ladung Schrot. Ich Bastard, meinen Zweck erfüllend auf dem Gang zum Schlachter, vermisse ich Weiterlesen …