Sieht gut aus, nicht wahr? Rosenkohl putzen ist außerdem eine prima Zen-Übung. Ruhe bewahren ist angebracht, wenn ich mir folgendes vor Augen führe:
Nach 2023, als die Seuche abgeklungen war, verkauften die Supermärkte das erste Mal wieder zu Normalpreisen, dachte ich. Aber in den Plastikverpackungen war nicht mehr 1 Kilo von irgendwas, sondern 800 g dann 750 g. Kostete das Gleiche wie vorher 1000 g.
Heute kaufe ich Rosenkohl, den ich liebe – die ganzen Kohlköpfe in Butter gerade noch bissfest geschmort, fürs Aroma minimal angebrannt, eine Prise Muskatnuss und ein wenig Meersalz, mehlig kochende Salzkartoffeln dazu, fertig. Aber das Putzen. Und bei den niederländischen großen Sprossenkohlköpfchen gehen die verdorbenen Stellen bis tief hinein. Am Ende bleiben von 750 g mal gerade 410 g. Das sind diese hochgezüchteten ertragreichen Sorten, die viel anfälliger sind, als die alten Sorten, bei denen man halt mehr kleine feste Köpfchen hatte aber weniger weggeschmissen hat.
Was für eine Scheiße, Dummheit und Abzocke. Nicht zu vergessen, in der kalten Jahreshälfte ist das ja kein Medienthema, die Ausbeutung der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft – auch beim Rosenkohl!
