Krisensicher in Steingut investieren:

Enver Hoxha Sammeltasssenköpfe !!! Gold kann man nicht essen! Darum decken sie sich jetzt sofort ein mit krisensicheren Bürotassen aus solidem, garantiert heimischen Steingut (Keine chinesische Importware! Echt made in Europe!) Garantiert biologisch abbaubar! Liebe Mitbürger! Wir alle machen uns im Moment Sorgen um die Zukunft. Auch ich habe mich immer gefragt: Was tun, wenn der Euro nichts mehr wert Weiterlesen …

Redouté, Napoleon und der Frühling in Berlin

Mon Dieu que tout le monde est gentil Mon Dieu quel sourire à la vie Mon Dieu merci Mon Dieu merci d’être ici Charles Trenet, „Revoir Paris“ „Das ist ja peinlich, so für ein Buch zu schwärmen“, sagte Graumanns Bekannte kürzlich im Vertrauen, als sie zur Teatime unerwartet bei ihm aufkreuzte. Ihre neuste Eroberung nach dem „Far out“, Martin, hatte Weiterlesen …

Legende von der Straßenverkehrsordnung oder Ubodobus Rules

Für R. Z. Als Ubodobu die Welt erschuf, verfasste er, wie alles, in weiser Voraussicht auch die Straßenverkehrsordnung. Dabei lutschte er Veilchenpastillen und sein Gemüt wurde sanft, trotz allem, was er voraus sah. Milliarden Jahre später krachte es an der Ampel Bismarckstraße Ecke Wilmersdorfer. Erst einmal, dann noch einmal. Ein Geräusch von Blechverformung und Knochensplittern. Ubodobu, im Grunde liebte er Weiterlesen …

Können sie mit Fischbesteck essen?

Joachim ist mager und vermeint, die ihn anschauen, möchten sich gern schnell wieder umdrehen, als ob sie fürchteten, Joachim neige zur Epilepsie. Joachim verliert die Nerven bei der nächstbesten Gelegenheit. Gerade setzt er sich in Regensburg an einen Tisch im traditionsreichen Café Rösch, gleich gegenüber dem Hertie- Kaufhaus im Sechzigerjahrestil. Sofort fängt er an zu sinnieren, das macht ihn meistens Weiterlesen …

Graumanns Kellererinnerungen

Ich werde die Nacht abwarten, wenn alles schläft und Abermillionen Geschichten durch die Luft geistern. Krähenträume, Maßlosigkeiten, enorme Korrekturen schwerwiegender unbedeutender Lebensläufe, die wahren Leben und die Leben der Toten, die noch in den Köpfen funken und ihr Recht wollen. Der Schlaf gibt allen Recht. Und die Träume verschaffen sich Einlass, als würde die Operndiva in einem erstklassigen aber überfüllten Restaurant um einen Platz bitten, an dem man sie ungestört ihre Malzeit einnehmen lässt. Man würde sie in der Mitte des Raumes platzieren und einen Paravent um sie herum aufbauen. Damit die zudringliche Masse sich die Speisenfolge der Diva nicht zusammenreimen kann, würde alles, was aufzutragen ist, in verschiedengroßen zierlich schwarz lackierten japanischen Schachteln transportiert. Weiterlesen …

Die echte Alternative zur Beamtenstippe

Ich weiß noch, wie Mutti sagte: „Aber warum denn essen gehen, das kostet doch nur unnötig Geld.“ Nein, eigentlich sagte sie nicht „warum“, sondern „wozu“, in der Art der Kleinstädterin, deren Mutter noch eine havelländische Landpomeranze war. Mark Brandenburg, Streusandkammer. – Ihr kennt doch bestimmt solche kulinarischen Höhepunkte der Streusandküche wie Beamtenstippe: da ist immerhin Fleisch drin, und dann macht Weiterlesen …

Kohl und Knacker und Kowalski

Um Ihnen einen kurzen, wirklich sehr unvollständigen  Eindruck davon zu vermitteln, worin sich diese Reminiszenz ergehen könnte, wird es am besten sein, Ihnen meine Nehringstraße so knapp und so präzise wie möglich zu schildern, zu dem Zeitpunkt, als ich, Jahrgang 1958, in der Nehring-Grundschule mein erstes Schuljahr durchlitt. Ich weiß, dass mir das nicht gelingen wird, denn, wie man mir Weiterlesen …

Graumanns Gespür für Feuer

Belgrad liegt auf der anderen Straßenseite „Hergottle“, rutschte es dem in Böblingen aufgewachsenen stattlichen Mann heraus. Er maß einsdreiundachtzig, war sportlich und schlank. Doch das konnte man nicht genau entscheiden, wenn man ihn so sah, wie er eingepackt in die Einzelteile seiner farblich schlecht abgestimmten Winterfunktionskleidung, einen Berliner Gehsteig vom Schnee befreite. Sein Haar war voll, und an einigen Stelle Weiterlesen …

Die beschwerliche Reise des Cremeschnittchens Egon in den siebenten Himmel der Kuchen

Für A. B. in Liebe Wahrscheinlich wisst ihr noch nichts vom siebenten Himmel der Kuchen. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn die Kuchenbäcker halten die Geschichte, die einer von ihnen im Traum erfuhr bis, jetzt streng geheim. Eigentlich darf sie nur besonders begabten Kuchenbäckern weitererzählt werden. Zunächst einmal muss ich vorausschicken, dass jeder Kuchen, wenn er gegessen worden ist, Weiterlesen …

Graumanns kleine Rempelei

Händel, Concerti Grossi, op.3 Nr. 1, 2. Satz, Largo So ein milder November ließ nichts Gutes ahnen. Draußen wurden die Tische vor den Cafes wieder aufgestellt, ein Segen für die Raucher. Die blaublühende Hortensie auf dem Hof hatte ihr Laub vor drei Wochen fallen lassen und fing an auszutreiben. Alles war eben durcheinander. Grauann wurde getrieben von der Vorstellung, dass Weiterlesen …