1998 hatte mir ein lieber Freund einen dollen literarischen Stoff empfohlen. Ausgekoppelt aus (meiner Erinnerung nach) vier Sience-Fiction-Geschichten des britischen Autors Eric Frank Russel bearbeitete ich Anfang 2001 die in den Sechzigern erschienene Geschichte von dem vergeblichen Versuch einer wie üblich stramm hierarchisch organisierten Erddelegation, mit Siedlern auf einem „vergessenen“ Planeten zu kommunizieren, auf dem sehr erfolgreich ein gänzlich herrschaftsfreies Gesellschaftssystem praktiziert wird.
Ein Hörspieltext kam dabei heraus, den ich mit unserer „Sprechkunstbetriebskampfgruppe Wickert“ live in den einschlägigen Kaschemmen präsentieren wollte. Kolleginnen und Kollegen waren alles vogelfreie Mitarbeiter – ein Nachrichtenredakteur ansonsten lauter Sprecherinnen und Sprecher der in Berlin + Potsdam ansässigen ö.r. Rundfunkanstalten, zwei oder drei Leutchen von denen waren mit mir auch bei „Radio 100“.
Leider, leider kam das nie heraus. Wir haben zwei, drei Leseproben gemacht, dann habe ich, ich weiß nicht mehr warum eigentlich, geschmissen. Heute beim Aufräumen fand ich in einer verstaubten hölzernen Weinkiste zehn hübsch gebundene Hörspielmanuskripte und eine CD mit einem Trailer, den der liebe Michael M. Kammentöns für „Planet des Ungehorsams“ produziert hatte. Soll ich die Kiste nun behalten und wieder auf den Hängeboden stellen, in den Keller tun – was mache ich nur damit?
